Ein Gruß zum Drachenbootfest Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Gestern Nacht saßen wir wieder „pünktlich um 23.45 Uhr“ im Dunkeln. Es scheint bald so, als würde der Strom hier absichtlich nachts abgestellt werden, um zu sparen. Heute Morgen war wieder alles in Ordnung. Auch das Wetter war wieder sehr angenehm, schön warm, aber nicht heiß und keine brennende Sonne.
Da ich mich so langsam auf meinen Abschied hier vorbereiten muss, hatte ich heute Terry zum Mittagessen eingeladen. Er war erstaunt und erfreut, dass wir in ein chinesisches Restaurant gingen und „heimatliches“ Essen bestellten. Er hatte befürchtet, western food zu sich nehmen zu müssen. So nahm ich die Gelegenheit wahr, mich noch einmal herzlich für seine Gastfreundschaft in Mt. Emei zu bedanken. Camille schloss sich natürlich an. Es waren wirklich drei erlebnisreiche Tage, in denen wir regelrecht verwöhnt wurden. Ich werde mich stets gern daran erinnern. Ich zeigte ihm noch alle Bilder, die ich dort im Gebirge gemacht hatte. Er suchte sich noch eins aus, was ihm am besten gefiel und er gern haben wollte. Einige hatte ich bereits per E-Mail an seine Familie verschickt.
Nach meiner Unterrichtsstunde bekam ich heute von meinen Schülern einen Karton geschenkt, den ich hier in den letzten Tagen überall zu kaufen gesehen habe. Sie erklärten mir, dass am nächsten Freitag (02.Juni) hier in China das Drachenbootfest (duān wǔ jié) gefeiert wird, wie jedes Jahr am 5. Tag des 5. Monats nach dem chinesischen Mondkalender. Es werden überall Drachenbootregatten abgehalten. Dazu gibt es traditionelles Essen: zwei verschiedene Sorten Enteneier und Zongzi. Diese Klebreisklößchen werden in Schilf- oder Bambusblätter, Lotos- oder Bananenblätter eingewickelt und es gibt sie entweder mit süßlicher Geschmacksrichtung, gefüllt mit roten oder grünen Bohnen, Datteln oder Erdnüssen oder mit salziger Geschmacksrichtung, gefüllt mit Schinken, Eigelb, Hühner-, Enten-, Schweine-, Rind- oder Lammfleisch. Der Geschenkkarton enthält 2x6 Eier und eine Reihe von Zongzi. Wir lassen uns überraschen, welche Geschmacksrichtung da auf uns zukommt, wenn wir sie uns nächsten Freitag schmecken lassen.
Kaum zu Hause angekommen, wartete bereits das Taxi 20 Minuten früher als geplant auf die Abfahrt nach Chengdu, wo wir den Abend verbrachten. Während Louis und Camille an einem Business-Seminar im Sheraton Hotel teilnahmen, wanderten Karen und ich durch die Innenstadt und erfreuten uns an der zahlreichen Lichtreklame. Die Panda Mall mit ihren vielen Geschäften und tollem Ambiente beeindruckte uns dabei am meisten. Pünktlich um 21.00 Uhr war das Seminar beendet und Wey, der Besitzer des Western Style Cafés („Impression Coffee“), stand mit einem geborgten Auto vor dem Hotel und holte uns wieder ab. Nach unserer Rückkehr kam Camille noch zur Auswertung des Tages auf einen Cappuccino vorbei.

Mahjongg Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Heute war es wieder heiß. Die Sonne knallte so richtig kräftig herunter, so dass es ohne Sonnenschirm nicht auszuhalten war. Am Morgen waren wir wieder unterwegs, um noch ein paar neue Straßen zu erkunden. Es gibt immer wieder Dinge zu sehen, die wir zu Hause nicht geboten bekommen.
Am Nachmittag begaben wir uns zum vorletzten Mal zur Junior School. Es herrschte heute gähnende Leere im Klassenzimmer. Immer weniger Schüler haben Zeit, diese zusätzliche Stunde zu besuchen. Wahrscheinlich bleiben sie auch dem Unterricht fern, weil sie keine Zeit haben, sich mit den Vokabeln zu beschäftigen. Aber am Ende der Stunde wollten alle verbliebenen Schüler meine E-Mail Adresse haben, um bei Bedarf ihre Fragen los zu werden, die sie dann gern von mir beantwortet haben wollen. Es gibt also tatsächlich ernsthaft interessierte Schüler, die keine Mühen scheuen und bei all dem Stress nicht aufgeben.
Danach lud uns Claire wieder zum Dinner ein. Gemeinsam mit Jenny ging es heute in ein Spezialrestaurant für Kaninchenspeisen. Wir angelten uns Teile des Tieres aus dem Hotpot, was neben den Kartoffeln, verschiedenen Gemüsesorten und einer speziellen Nudelart sehr schmackhaft war. Das Fleisch wird hier wirklich immer frisch auf den Tisch gebracht. Wir mussten eine ganze Weile warten, bis sie das Tier im Nebenraum geschlachtet und entsprechend zum Verzerr vorbereitet hatten.
Während Jenny ins Schülerwohnheim der Schule gehen musste, um dort ihren Aufsichtsdienst zu erfüllen, gingen wir drei in ein Teehaus, wo wir in der letzten Woche schon versprochen hatten, zum Mahjongglernen vorbeizuschauen. An professionellen Mahjonggtischen (die Würfel rollen auf Knopfdruck automatisch, die Steine werden nach jedem Spiel versenkt und automatisch gemischt, danach erscheinen sie wohlgeordnet und gestapelt auf dem Tisch) wurden wir in das Spiel eingeweiht. Es fing nach der dritten Runde an, richtig Spaß zu machen. Learning by doing. Die Regeln hören sich komplizierter an, als sie beim Spielen im Endeffekt waren. Es kostet nur viel Konzentration, und man benötigt auch etwas Glück. Gegen 21.15 Uhr begaben wir uns auf den Heimweg. Wie es der Zufall wollte, hatten wir gerade die Senior School erreicht, als die Schüler nach dem Klingelzeichen um 21.35 Uhr aus dem Schulhaus strömten. Bei der Gelegenheit konnten wir Claires Tochter kennen lernen, die ihre Mutter entdeckt hatte und angelaufen kam. Sie besucht die 15. der 29 Klassen des Jahrgangs Senior 1.
Zu Hause angekommen, wartete Camille bereits auf uns, um gemeinsam mit uns ihre allabendliche Tasse Tee zu genießen und den Tag auszuwerten.

Wieder ein netter Abend im Teehaus Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Ich hatte meinen Bericht kaum fertig gestellt, da ging der Strom gestern Nacht wieder weg und kam erst heute Morgen um 7.10 Uhr wieder, gerade noch rechtzeitig für die Leute, die früh zur Arbeit mussten. Dafür gab es nur tropfenweise Wasser. Im Verlaufe des Vormittags ist es mir dann tatsächlich gelungen, meine E-Mails zu checken, trotz der unregelmäßigen Internetverbindung. Danach wanderten wir durch die Stadt, genossen die himmlische Ruhe im Park bei herrlichstem Wetter –es schien keine Sonne, war aber richtig schön warm- und erledigten noch einige Einkäufe. Am Nachmittag hatte ich meine vorletzte Stunde in der Dienstagsklasse zu bestreiten, ganze acht Schüler waren heute anwesend. Sie waren aber eifrig dabei, als sie deutsche Fragen an Karen stellen durften. Zum Schluss der Stunde kam ein Schüler in den Klassenraum, der richtig fleißig im Lernen der deutschen Sprache war, an den letzten Stunden aber leider nicht teilnehmen konnte, weil er wichtigeren Unterricht besuchen musste. Er übergab mir eine Tüte mit Geschenken mit der Bitte, sie seiner Gastgeberin in Magdeburg zu überreichen, die er beim letzten Schüleraustausch kennen lernen durfte.
Ich war schon auf dem Heimweg, als Bryan mich noch einmal in sein Büro bat und mir mitteilte, dass die Entscheidung gefallen ist, welche Lehrerin der Senior School im September an unserer Schule als Gastlehrerin arbeiten wird. Leider ist es nicht Mary. Der Name Mrs Lee sagte mir gar nichts, so rief Bryan sie postwendend an und erwartete sie in seinem Büro. Derweilen sollte ich die Entscheidung meinem Schulleiter in Magdeburg mitteilen. So schnell konnte ich gar nicht gucken und meine Gedanken sammeln, wie Bryan durchgewählt hatte. Während des Gespräches traf dann auch Mrs Lee ein. Ich staunte nicht schlecht, als ich in der Frau Julias Gastmutter von vor 3 Jahren wieder sah. Sie hatte mit ihrer Abschlussklasse in den letzten Wochen so viel zu tun, so dass wir auch noch keine Zeit hatten, uns zu treffen, wie wir es bei unserem Kennen lernen vereinbart hatten. Vielleicht schaffen wir es noch vor meiner Abreise.
Unterdessen wartete Camille bereits auf uns. Im strömenden Regen gingen wir in „unser“ Restaurant um die Ecke zum Dinner und danach ins Teehaus, wo wir wieder einen witzigen Abend mit immer gut gelaunten und lustigen Leuten bei angeregter Unterhaltung und wohltuendem Tee verbrachten.

Besuch im Kindergarten Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Heute war es wieder sehr warm, der leichte Wind verhinderte aber ein ständiges Schwitzen. Am Morgen nahm uns Camille mit in ihren Golden Apple Kindergarten. Louis begrüßte uns und freute sich, dass es einen weiteren Gast gab, der sich für das Haus interessiert. Ich stellte fest, dass sich seit meinem letzten Besuch im März doch vieles, vor allem der Anblick der Außenanlagen, verändert hat. Wir durften an den drei Stunden teilnehmen, die Camille in drei verschiedenen Gruppen zu geben hatte. Die Kinder waren wieder sehr lebhaft. Am Ende bedankte sich Camille bei Karen, dass sie mit ihrem Fotoapparat eine größere Disziplin und Aufmerksamkeit bewirkte, als sie es in der letzten Zeit erlebt hatte. Es war aber immer noch anstrengend genug.
Zum Mittagessen gingen wir in das Restaurant, was sich gleich um die Ecke unseres Hauses befindet. Es war alles sehr schmackhaft, so dass auch Karen mit ihrem empfindlichen Magen bereits den 5.Tag hier in China problemlos überstanden hat. Am Nachmittag machten wir noch einen kleinen Stadtrundgang, bevor ich in meinen Unterricht musste, den Karen auch noch verfolgte. So viel Unterricht in ihrem Urlaub! Danach begaben wir uns gemeinsam mit Sirley in das Fitnesscenter. Leider kamen wir nicht rechtzeitig zu Beginn des Kurses. Karen war erstaunt darüber, dass man hier auch 20 Minuten später noch problemlos einsteigen konnte. Sirley begab sich unter die Bauchtänzer, wir unter die Aerobic Teilnehmer. Es ging richtig zur Sache, und der Rest der Stunde reichte aus, um danach richtig geschafft zu sein. Karen war begeistert von der Art und den Übungen, die doch anders waren, als wir sie von Magdeburg kennen, sehr intensiv und effektiv. So reichten im Anschluss 40 Minuten Laufband, um reif für die erfrischende Dusche zu sein.
Den Abend verbrachten wir gemeinsam mit Camille bei einer Tasse Tee oben bei uns. Sie ließ uns an ihrem Leben in der Vergangenheit teilhaben, indem sie uns viele Bilder von ihrer Familie und ihrem ehemaligen Zuhause in den USA zeigte. Nebenbei verfolgten wir die Berichterstattung über den Besuch der deutschen Delegation unter Leitung von Frau Angela Merkel hier in Beijing auf dem englischsprachigen Sender CCTV 9.

Ein ungewöhnlich ruhiger Samstag Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Heute gab es angenehme Temperaturen. Die Sonne ließ sich nur am Morgen für kurze Zeit sehen, danach war es draußen gut auszuhalten. Eine frische Brise verhinderte Schweißausbrüche.
Am Morgen rief Sirley an und wollte uns zeigen, wie man Beancurd (eine Art Tofu) zubereitet. Für die Zutaten wollte sie mit uns auf den Markt gehen. Als sie mitbekam, dass Camille keinerlei Interesse dafür hat, entschied sie sich, heute nicht vorbei zu kommen. Dieser Vorschlag war aber für uns die Idee, den großen Markt hier in Shuangliu zu besuchen. So machten wir uns nach dem Frühstück auf, um uns die vielen verschiedenen Angebote anzuschauen. Es gab fast nichts, was es nicht gab. Alle Innereien von Tieren, die die Chinesen hier in ihrem Hotpot so lieben, fanden wir dort wieder. Auch lebende Frösche, Fische und Schlangen waren im Angebot. Wir hielten uns dort recht lange auf, weil es viele ungewöhnliche Dinge zu sehen gab, die man auf unseren Märkten nicht zu Gesicht bekommt.
Zum Mittagessen gingen wir gemeinsam mit Camille in ein nettes Restaurant eines hiesigen Hotels, wo wir uns an süß-saurem Schweinefleisch, gebratenen Auberginen, Hühnchenfleisch mit Erdnüssen, gedämpftem Gemüse und Reis satt aßen. Es war alles sehr schmackhaft. Danach mussten wir natürlich eine neue Runde drehen, um alles gut zu verdauen. In der Stadt war es heute ungewöhnlich ruhig, keine Märsche, keine laute Musik von irgendwelchen Bühnen, im wahrsten Sinne des Wortes die Ruhe vor dem Sturm. Auch der Park war ungewöhnlich leer und ruhig für einen Samstag. Im späten Nachmittag wurde es auch immer windiger und frischer draußen. Als wir gerade im Trust Mart waren, fiel dort plötzlich der Strom aus. Ein erschrockener Aufschrei ging durch die Kunden, für Sekunden verweilte jeder an seinem Ort, wo er sich gerade befand, bis er die Situation gecheckt hatte. Als wir die Einkaufsstätte verließen, stellten wir fest, dass auf der Straße und in anderen Geschäften der Strom da war. So war es auch bei uns zu Hause.
Am Abend kam Camille auf eine Tasse Tee vorbei und gab gute Ratschläge, wie ich all meine Sachen nach Hause bekomme, die sich in den drei Monaten meines Aufenthaltes hier angesammelt haben. Dann folgte noch eine Bildershow. Wir sahen uns alle Bilder an, die ich bisher hier in China gemacht habe. Inzwischen sind auch schon tolle Aufnahmen dazugekommen, die Karen mit ihrer neuen Kamera gemacht hat.
Inzwischen gab es ein Gewitter, und es gießt in Strömen. Hoffentlich regnet es sich über Nacht ab, damit wir für unseren morgigen Ausflug wieder schönes Wetter haben. Wir brauchen keine 32 Grad, aber regnen sollte es auch nicht gerade.

Die Pandaaufzuchtsstation Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, gab es heute Morgen das richtige Wetter für einen Ausflug. Bryan empfing uns wie verabredet pünktlich um 8.00 Uhr an der Schule, setzte uns ins Empfangsbüro am Eingangstor und ging erst mal frühstücken. Eine halbe Stunde später erschien er tatsächlich wieder und hatte seine Frau mitgebracht, die ich bei der Gelegenheit kennen lernen durfte. Dann stand auch das Schulauto zur Abfahrt bereit, von Mr. Hu war allerdings weit und breit keine Spur. Bryan meinte, dass der Vice Principal keine Zeit hat, uns zu begleiten. So begaben wir uns zu fünft auf den Weg (einschließlich dem Fahrer). Bereits nach 45 Minuten hatten wir unser Ziel erreicht: die Pandaaufzuchtsstation in Da Xiong Mao Ji Di. Neben einem Pandamuseum und einem ausführlichen Dokumentationsfilm über die Aufzucht und Entwicklung der Pandas bekamen wir auch die lebenden Tiere beim Klettern, Spielen und Fressen zu sehen. Es war ein tolles Vergnügen, die Pandas bei ihren Aktivitäten zu beobachten. Auch das Wetter war sehr angenehm, bis die Sonne heraus kam und wieder ihre ganze Kraft entfaltete. Kurz vor 12 Uhr verließen wir das Gehege, um weiter zu fahren und Shanxindui, die Ancient Relict Scenic Area, zu besuchen. Auf dem Weg dorthin machten wir Halt in Guanghan Town, um Mittag zu essen. Heute gab es Entensuppe, wirklich lecker. Die Ente befand sich mit Kopf, Haut, aber ohne Haar im Topf. Nebenher schwammen Würstchen und weiße Karotten und warteten auf ihren Verzehr. Später kamen noch Kartoffelscheiben und Chinakohlblätter dazu. Zum Schluss gab es, wie immer hier, Reis, daran anschließend noch ein Dessert, was hier eigentlich überhaupt nicht üblich ist. Es wurde warmes gefülltes Fladenbrot gereicht. Gut gestärkt erreichten wir gegen 13.30 Uhr unser nächstes Ziel. Das großzügig angelegte Gebiet beherbergte neben herrlich gepflegten Grünanlagen auch zwei Museen, in denen verschiedene Ausgrabungen und Funde ausgestellt waren, die auf eine Zeit vor 5.000 Jahren zurückgehen. Um 15.30 Uhr traten wir schließlich die Heimreise an. Kaum eine Stunde später zu Hause angekommen, rief Camille an und wollte mit uns ins Café gehen, wo sie bei einer schönen Tasse Cappuccino bzw. Espresso unsere Erlebnisse des heutigen Tages erfahren wollte. So verbrachten wir den ganzen Abend dort. Nebenbei plante Camille alles für meine Abschiedsparty, die wir am 02.06.06 dort „feiern“ wollen. Wenn ich diese besorgte zweite Mama nicht hätte!!!

Zahlreiche Einladungen Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Heute wehte ein laues Lüftchen, und die Sonne tat sich sehr schwer, so dass es draußen gut auszuhalten war. Am Morgen liefen wir wieder einige Straßen ab. Dabei wurden wir wieder Augenzeuge von so vielen unglaublichen Dingen, die für deutsche Verhältnisse unvorstellbar sind.
Am Nachmittag hatte ich eine weitere Unterrichtsstunde mit meinen Spezis. Karen hatte ich dieses Mal mit Sirley vorgeschickt zum Fitnesscenter, damit sie in den Genuss kommt, einen Kurs (der Freitagskurs ist mein Favorit) von Anfang an zu erleben. Ich wurde unterdessen nach dem Unterricht aufgehalten, so dass ich hoffnungslos zu spät kam zur Aerobicstunde. Tina und Linda nehmen uns morgen mit nach Chengdu zum Einkaufsbummel. Vorher, direkt nach Schulschluss, wollen sie mit uns gemeinsam Mittag essen. In der Stunde schlich sich Mrs Lee in meinen Unterricht. Danach musste sie feststellen, dass Deutsch sehr schwer zu erlernen scheint. Sie bot mir an, morgen mit ihr und ihrem Mann mit dem Auto nach Chengdu zu fahren, da es doch viel schneller und bequemer ist als mit dem Bus. Da aber nicht für alle Platz im Auto ist, und ich den Mädchen schon lange versprochen hatte, mit ihnen zu fahren, lehnte ich ihr Angebot dankend ab. Mrs Lee bemerkte: „Oh, I see, you love your students.“ Und ich konnte ihr nicht widersprechen, was die Mädchen sehr freute. So blieb ihr nichts anderes übrig, als uns nach unserer Rückkehr morgen Abend zum Dinner einzuladen. Diese Einladung nahm ich dankend an. Inzwischen hat uns Lindas Mutter zum Dinner morgen Abend eingeladen, ich musste ablehnen. So werden wir voraussichtlich unseren letzten Abend hier in Shuangliu nächsten Samstag gemeinsam mit Lindas Familie verbringen. Für Sonntag hat sich Mr Hu, der Vice Principal, einen Ausflug mit uns vorgenommen, der dritte Anlauf. Ich lasse mich überraschen, ob er zustande kommt, und wohin es geht. Und nächsten Samstag will Jane mit uns einen Ausflug machen. Wir wollen uns den Staudamm in Dujiangyan anschauen und auf dem Weg dorthin halt auf der Seidenstraße machen. Für Donnerstagvormittag wurden wir zu einer besonderen Show mit tollen Kostümen im Kindergarten eingeladen. So gibt es noch einen Endspurt mit einigen Höhepunkten, bis wir Chengdu wieder verlassen müssen.
Auf dem Weg zum Fitnesscenter lief mir Claire über den Weg. Sie zeigte mir einen Ort, wo es Mahjonggspiele zu kaufen gibt. Jeder spielt hier Mahjongg, die Steine dazu gibt es aber nur an ganz wenigen Stellen zu kaufen. Der Verkäufer war freudig überrascht, einen Ausländer bedienen zu können. So kostete es Claire auch keine großen Verhandlungskünste, um ordentlich Rabatt herauszuschlagen. Nebenbei erklärte mir Claire, dass das Drachenbootfest nicht am Freitag, sondern am Mittwoch nächster Woche stattfindet, da morgen der erste Mai nach dem chinesischen Kalender ist. Und das Dragonboatfestival (duān wǔ jié) findet am 5.Tag im Mai statt.
Voll bepackt mit Schulsachen, Sporttasche und Mahjonggspiel erreichte ich das Fitnesscenter gerade noch rechtzeitig zum Cool down mit meiner Lieblingsmusik, "Endless love" von Hee-seon Kim und Jackie Chan aus dem Film "The Myth", einfach wunderschön. Karen war total begeistert von dieser Stunde, es stimmte einfach alles. Nach einer ausgiebigen Dusche ging es weiter zum Bamboo Stone Teahouse, wo uns Camille und die Belegschaft bereits erwarteten. Es dauerte nicht lange, bis wir wieder einmal im Dunkeln saßen. So reichte auch das heiße Wasser nicht mehr allzu lange für frisch aufgebrühten Tee. Da uns der Englischlehrer von Celia so nett unterhielt und sich gemüßigt fühlte, uns chinesische Grundbegriffe beizubringen, verweilten wir dort jedoch recht lange und erlebten sogar noch die Wiederkehr des Stroms. Richard arbeitet auf dem Flughafen in Chengdu und gibt einigen interessierten Leuten Englischunterricht. Er hat Celia einen neuen englischen Namen verpasst, Christina, da dieser zu den Top 20 gehört. Und offensichtlich hatte Celia nicht erzählt, dass sie sich bereits für einen anderen entschieden hatte. So läuft das also mit den englischen Namen. Er kann durchaus auch gewechselt werden. Richard gab tolle Empfehlungen für lohnenswerte mehrtägige Fahrten, die leider für mich zu spät kommen. Camille nahm aber alles mit großem Interesse zur Kenntnis. Zu vorgerückter Stunde verließen wir schließlich das Teehaus und beendeten den Tag bei einer Tasse Cappuccino und der Tagesauswertung in unserem Appartement.

Ein verregneter Samstag Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Heute regnete es fast den ganzen Tag, mal mehr, mal weniger. Dadurch war das Thermometer nicht besonders hoch geklettert.
Am Morgen gab ich Vivien zwei Stunden lang Deutschunterricht. Sie wollte gern testen, wie schwer es ihr fällt, diese Sprache zu erlernen. Sie spielt mit dem Gedanken, ein Jahr lang in Amerika oder Deutschland zur Schule zu gehen. Sie war sehr gut, begriff sofort, und hatte bis auf das „R“ keine Schwierigkeiten mit der Aussprache.
Um 12.20 Uhr standen Linda und Tina vor der Tür und holten uns zu unserem Trip nach Chengdu ab. Zunächst aßen wir noch gemeinsam mit Camille Mittag in „unserem“ Restaurant um die Ecke, und dann fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt von Chengdu. Die Stadt war wieder unglaublich voll, sooo viele Menschen und Fahrzeuge! Wir haben viel gesehen, sind durch viele Geschäfte gebummelt, es war aber richtig anstrengend und ermüdend. Um 18.35 Uhr waren wir wieder zu Hause, drei Minuten später rief Mrs Lee an und lud uns zum Hotpotessen mit ihrer Familie ein. Sie hatten ein sehr beliebtes Hotpotrestaurant ausgewählt, wo wir wegen Überfüllung noch einige Zeit warten mussten, bis wir unsere Plätze einnehmen konnten. Bis auf den Rindermagen war alles genießbar und sehr schmackhaft. Nach dem reichlichen Essen musste der geplante Spaziergang leider wegen starken Regens ausfallen. So luden sie uns noch zu sich nach Hause ein, wo wir die Bilder vom Schüleraustausch von 2003 präsentiert bekamen. Sie erzählten unter anderem von dem Unterricht, den Julia und Florian an der Primary School gaben, die Mrs Lees Mann führt. Crops erinnert sich gern an die Zeit mit den deutschen Schülern zurück. Nun ist sie Schülerin der Senior 3 und bereitet sich intensiv auf die Abschlussprüfung vor.
Bei unserer Ankunft zu Hause erwartete uns Camille bereits zu unserer traditionellen Tasse Abendtee und der Auswertung des Tages.

Kindertag im Kindergarten Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Heute war es wieder richtig heiß. Bereits am Morgen brannte die Sonne und schaffte es, die Leute zum Schwitzen zu bringen.
Für uns hieß es heute früh aufstehen. Zum Internationalen Kindertag hatten die Kinder des Golden Apple Kindergartens ein herrliches Programm zusammengestellt, das in einer zweistündigen Veranstaltung am Vormittag den Eltern präsentiert wurde. Wir durften uns auch als Gäste an dem Auftritt der Kinder erfreuen. Auf einer großen Bühne tanzten und sangen sie in wunderschönen Kostümen. Die zahlreichen Eltern waren sichtlich stolz auf ihre Sprösslinge. Die Erzieher hatten sich sehr viel Mühe gegeben, so dass die Kinder schon merkten, dass für sie heute ein besonderer Tag ist. Auch im Fernsehen gab es auf allen Kanälen viele verschiedene Sendungen zu Ehren der Kinder.
Zum Mittagessen fanden wir uns mit Camille und Jonathan noch einmal in unserem Restaurant um die Ecke ein, da die Tage des gemeinsamen Speisens gezählt sind.
Am Nachmittag betrat ich zum letzten Mal das Gelände der Junior School, was sich heute als richtig schwierig erwies. Das Wachpersonal am Eingang ließ uns nicht durch, da wir uns nicht ausweisen konnten und sie uns nicht kannten. Ausgerechnet heute hatte ich nach drei Monaten das erste Mal meinen Schulausweis nicht mit, da er noch in einer anderen Tasche steckte, die ich heute Morgen mit in den Kindergarten genommen hatte. Diesen Ausweis habe ich drei Monate lang mit mir herumgetragen, ohne, dass jemand einen Blick darauf werfen wollte. Erst ein Anruf im Foreign Affairs Office brachte Klarheit, und ich bekam doch noch die Gelegenheit, eine letzte Deutschstunde zu erteilen. Heute erschienen ganze vier Schüler zur Generalwiederholung. Aber vor der offenen Tür auf dem Flur herrschte ein höllischer Lärm, so dass Claire die Verursacher kurzerhand in die Deutschstunde einlud. Die Schüler setzten sich auch brav dazu und lauschten aufmerksam dem Gespräch zwischen Lehrer und Schüler. Sie fanden es sichtlich interessant, wie viel die Deutschschüler sagen konnten und wie gut sie auf meine Fragen reagierten. Es ist schon eine zusätzliche Belastung, die sich die Schüler auferlegt haben neben ihren zahlreichen Pflichtveranstaltungen. Die vier Standhaftesten würden gern weiter lernen, während die meisten vorzeitig das Handtuch warfen. Diese Deutschstunde bedeutete für die Schüler schließlich auch eine 40minütige Verkürzung ihrer Abendbrotpause.
Zum Dinner ging es heute zum letzten Mal mit Claire in das Restaurant in der Nähe der Schule. So bekamen wir die Gelegenheit, noch einmal den leckeren gedämpften Fisch und andere diverse Gerichte zu essen. Auf dem Heimweg machten wir einen kleinen Umweg und zeigten Claire das Café, in dem morgen Abend meine Abschiedsparty stattfindet.
Den Abend verbrachten wir mit Camille und Jonathan bei uns oben bei einer Tasse grünen chinesischen Tee. Demnächst werden die beiden hier ganz allein in dem Haus wohnen. Am Samstag zieht Wes mit seiner Familie in eine andere Wohnung nach Chengdu, da sein Vertrag mit der Schule heute abgelaufen ist. Wes hat letzten Samstag einen Job für das kommende Semester, beginnend im September, an einem College in Chengdu bekommen. Vorgestern war er auf fünf verschiedenen Polizeiämtern, um noch eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, bis er sein Visum verlängert bekommt. Das gestaltete sich aber schwieriger als gedacht. Bis gestern war keiner bereit, ihm diese Genehmigung zu erteilen. Irgendwie wird er es wohl noch schaffen. Dass er noch eher das Haus verlässt als ich, war vor wenigen Wochen nicht absehbar.
Heute möchte ich dir, liebe Julia Linke, ganz herzlich zu deinem Geburtstag gratulieren. Ich wünsche dir für dein neues Lebensjahr alles erdenklich Gute, beste Gesundheit, sowie viel Glück und Erfolg bei der Erfüllung deiner schulischen Aufgaben.

Die Farewellparty Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, herrschte heute Morgen tropische Saunaluft, der Blick glich einer beschäftigten Waschküche. Die Kleidung klebte förmlich am Körper. Später regnete es wieder in Strömen. Inzwischen gibt es hier auch die ersten Mosquitos. Bisher konnte man zu jeder Tages- und Nachtzeit unbehelligt durch die Gegend wandern.
Am Nachmittag betrat ich zum letzten Mal das Foreign Affairs Office in der Senior School, trank meinen letzten von Sirley servierten Tee und hielt meine letzte Stunde in der „Spezigruppe“. Karen machte noch ein paar Fotos zur Erinnerung, Abschiedsgeschenke wurden getauscht, und zum Schluss informierten uns die Schüler, dass alle neun am Sonntagmorgen auf dem Flughafen stehen werden, um uns zu verabschieden. Mir wäre es ehrlich gesagt lieber, wenn ich hier still und heimlich abreisen könnte, den Gefallen werden mir aber die Schüler und zahlreichen Freunde nicht tun.
Am Abend hatte ich meine Farewellparty. Acht Freunde hatten die Zeit gefunden und folgten meiner Einladung in das Impression Café: Louis und Sky vom Golden Apple Kindergarten, Jane und Claire von der Junior School, Sirley, Lena und Glen von der Senior School sowie Camille. Karen war wieder der Fotograf vom Dienst und hielt alles im Bild fest. Es war eine nette Runde. Bei einem Glas Great Wall Rotwein und verschiedenen Snacks musste jeder auf Bitten von Camille erzählen, was er mit mir in den drei Monaten erlebt hat und was sein bleibendes Erlebnis aus dieser Zeit ist. Louis reichte dann seinen MP 3-Player herum, auf dem jeder noch einen Gruß an mich richtete. Morgen wird er mir die Grüße auf CD gebrannt mit auf die Reise geben, so dass ich mich auch noch jeder Zeit an die Stimmen erinnern kann. Ich muss schon sagen, der Abschied wird mir hier wahrlich nicht leicht gemacht. Und inzwischen kann mich Karen auch verstehen, wie und warum ich hier drei Monate ohne Probleme glücklich verbringen konnte, umgeben von so vielen netten Menschen, und es mir schwer fällt, Shuangliu wieder zu verlassen.

Das Drachenbootfest Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Heute war es drückend heiß draußen, in der Sonne war es kaum auszuhalten. Wir machten uns trotzdem am Morgen auf den Weg, um noch ein paar Eindrücke in Form von Bildern einzufangen. Inzwischen übertrifft der starke Geruch der Blüten an den Bäumen nahezu alle anderen Gerüche, die man auf der Straße wahrnehmen kann.
Aus Anlass des heutigen Drachenbootfestes lud uns Miss Li zu sich nach Hause zum Mittagessen ein, da sie und ihre Tochter Crops heute Nachmittag frei hatten. Pünktlich um 12.10 Uhr holte sie uns drei vor unserem Haus ab, damit wir den Weg zu ihrer Wohnung auch nicht verfehlen konnten. Ihre Haushälterin hatte viele (viel zu viele) leckere Sachen gekocht. Unter anderem gab es Zongzi und Enteneier, die traditionell am 5.Mai nach dem chinesischen Kalender, dem Duān wǔ jié, gegessen werden.
Am Nachmittag stand ich im Mittelpunkt eines Videofilms. Der Kameramann der Schule zeichnete die gesamte Unterrichtsstunde auf. Vielleicht bekomme ich diesen Film noch zu sehen, bis ich Shuangliu verlasse. Damit soll für den Deutschunterricht an der Senior Middle School Reklame gemacht werden. Nicht jede Schule bietet Deutsch als Unterrichtsfach an, und bisher gab es noch keine Middle School in der Sichuan Province, die mit einem Muttersprachler werben konnte. So wird die Schule bestrebt sein, wieder einen Lehrer aus Deutschland für sich zu gewinnen. Nach meiner Abreise wird ein chinesischer Deutschlehrer aus Chengdu den Unterricht fortführen.
Leider hat sich keiner gefunden, der Zeit hatte, uns heute mit nach Chengdu zu nehmen, wo viele sehenswerte Aktionen zum Drachenbootfest stattfanden. Es ist ein aufregendes Ereignis in ganz China. Das Fest ehrt den berühmten chinesischen Dichter und Patrioten Qu Yuan, der im 4. Jahrhundert v.Chr. lebte. Aus Protest gegen die politische Korruption der Herrscher stürzte er sich in den Mi Lo River und nahm sich das Leben. Die Legende sagt, dass Dorfbewohner versucht haben, ihn zu retten. Sie schlugen Trommeln, um die Fische zu verscheuchen und warfen Brötchen ins Meer, um die Fische davon abzuhalten, den Körper des beliebten Poeten anzunagen. Neben Drachenboot-Regatten allerorts, wo es einen Fluss gibt, werden heute Reisbällchen in den Fluss geworfen und springen Leute wettbewerbsmäßig in das Wasser, um mit bloßer Hand Fische zu fangen. Hier in Shuangliu gab es leider keine Möglichkeit, diese Wettbewerbe zu beobachten. Zum Abendbrot verzerrten wir die Zongzi und Enteneier aus der Geschenkpackung, die ich in der letzten Woche von meinen Schülern geschenkt bekommen hatte. Diese Speisen waren jedoch sehr gewöhnungsbedürftig.
Der Abend gestaltete sich ganz anders als geplant. Maria erschien heute nicht wie abgesprochen zu einer weiteren Tai Chi Lehrstunde. Danach wollten wir Mahjongg spielen. So machten wir uns zu fortgeschrittener Stunde noch auf den Weg zum Park, um ihn mit all seinen Lichtern bei Nacht bewundern zu können. Wir hatten sogar Glück, noch eine große Gruppe von zu meist älteren Leuten bei ihren Aerobicübungen auf dem großen Platz vor dem Park beobachten zu können. Es waren kurz vor 21 Uhr noch unglaubliche Menschenmengen unterwegs, darunter viele Kinder. Die laue Sommernacht machte einen Abendspaziergang zu einem erholsamen Erlebnis.
Kaum zu Hause angekommen, wollte Camille bereits heute Abend Jonathans 23.Geburtstag feiern, da sie schon die bestellte Geburtstagstorte abgeholt hatte. Jonathan hat zwar erst am Sonntag Geburtstag, da Karen und ich aber in aller Frühe Shuangliu verlassen, hatten wir die Feier eh für morgen geplant. Jonathan war sichtlich gerührt von der Zeremonie und den kleinen Geschenken, die wir ihm machten. Er hat seit 12 Jahren keinen Geburtstag mehr gefeiert, er hat auch keine Grüße von seiner Familie aus Florida zu erwarten. Nur gut, dass er sich überhaupt an das Datum seiner Geburt erinnert hat, und wir es rechtzeitig erfuhren. So hatten wir noch einen netten Abend zusammen bei uns oben.

Die ersten Verabschiedungen Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Heute gab es wieder viel Wärme. Obwohl sich die Sonne nicht recht durchsetzen konnte, blendete sie und erwärmte die feuchte Luft, so dass sie einer Sauna glich. Trotzdem waren wir wieder unterwegs, um die verbleibende Zeit zu nutzen, noch andere Straßen und Ecken hier kennen zu lernen. Mittag aßen wir in unserem Restaurant um die Ecke. Camille war glücklich, noch einmal in Gesellschaft speisen zu dürfen. Sie bat uns, in ihrer Unterrichtsstunde ein paar Fotos von der Klasse (mit Terry) und den Aktivitäten zu machen. So bekam ich kurz vor Ende meines hiesigen Aufenthaltes doch noch die Gelegenheit, den Unterricht in einer Klasse mit 80 Schülern zumindest kurzzeitig zu verfolgen. Es ist einfach Wahnsinn, die Stimme des Lehrers wird mächtig strapaziert.
In meiner Stunde hieß es heute Abschied zu nehmen von den Schülern der Dienstagsklasse. Sie waren alle noch einmal besonders aktiv und gaben bei der Wiederholung des Gelernten ihr Bestes.
Am Abend bekamen wir von Maria eine neue Lehrstunde in Tai Chi. Danach ging es zum letzten Mal in das Bamboo Stone Teahouse. Es hatten sich wieder neben zahlreichen Gästen von der Straße viele Freunde eingefunden, unter anderem auch Sharon, das nette Mädchen, das ich im Fitnesscenter kennen gelernt hatte. Dank dieses glücklichen Zufalls konnten wir noch ein paar Bilder zur Erinnerung machen und uns voneinander verabschieden. Christina gab sich besonders viel Mühe bei der Teezubereitung. Es war so herrlich, ihr bei ihren eleganten Bewegungen zuzuschauen. Auch Richard war gekommen, um noch ein paar Erinnerungsfotos zu schießen. Camille wurde es schließlich zu heiß, sie bekam Kreislaufprobleme und musste den Shop vorzeitig verlassen. Der Abschied von den zahlreichen netten Leuten fiel schon recht schwer. Ich werde diese einmalige Gesellschaft stets in guter Erinnerung behalten.
Kaum zu Hause angekommen, wartete Sirley mit ihrem Freund, dem Elektriker, bereits auf uns, der heute in Handarbeit einen Adapter für mich gebastelt hatte, damit ich meinen chinesischen Elektropot zu Hause in Deutschland benutzen kann. Und der passt sogar!! Nach wochenlanger vergeblicher Suche nach einem Adapter übergab er mir heute das gute Stück, und er wollte nicht einmal etwas dafür haben, er war stolz auf sich, dass seine Handarbeit erfolgreich war.
Schließlich meldete sich Camille noch zum Nachttee bei uns an. Obwohl es ihr nicht besonders gut geht und ihr Schlaf fehlt, möchte sie die verbleibenden wenigen Abende noch gemeinsam mit uns verbringen, bis sie dann, wieder allein, den nötigen Schlaf nachholen kann. Wie sie den heißen Sommer überstehen soll, weiß sie auch noch nicht. Sie macht jetzt bei Temperaturen um 28 Grad Celsius bereits schlapp. Bei dem vielen Stromausfall ist auch kein Verlass auf die Klimaanlagen.
Und heute geht ein beonderer Gruß an Roy-Ingo aus der Klasse 5/2. Heute ist dein Geburtstag, zu dem ich dir hiermit ganz herzlich gratulieren möchte. Ich wünsche dir für dein neues Lebensjahr alles erdenklich Gute, vor allem beste Gesundheit und viel Erfolg in der Schule.

Dujiangyan Irrigation System Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Heute war wieder ein herrlicher Tag. Es regnete nicht mehr, zeitweise schien die Sonne, es war aber immer angenehm warm, nicht heiß.
Pünktlich um 8.30 Uhr stand Mr Hu, der Vice Principle, mit seinem Auto vor der Tür, um uns zum Ausflug abzuholen. Uns begleitete Miss Liao, eine weitere Englischlehrerin der Senior School. Sie war heute als Sprachrohr zwischen uns und Mr Hu tätig, da er kein Englisch spricht. Unser Ausflug führte uns nach Dujiangyan. Auf dem Highway dorthin waren wir fast die einzigen, da die meisten Fahrer die Landstraße benutzen, um den Wegezoll nicht zahlen zu müssen. So gelangten wir zügig an unser Ziel. Die Kulisse bei der Einfahrt in die Stadt ist wunderschön, am Horizont erhebt sich das Qingcheng-Gebirge. Wir besichtigten die berühmte Bewässerungsanlage, die seit über 2000 Jahren in Betrieb ist. Die beiden Hängebrücken, sowie das Museum und der Tempel, die Li Bing, dem Mitbegründer der Anlage, gewidmet sind, waren dabei die Höhepunkte. Die Parkanlage war herrlich angelegt. Auf den Wanderwegen ertönte dezent erholsame traditionelle chinesische Musik aus Lautsprechern, die als Stein wunderbar ins Bild der Grünanlagen passten. Nach drei Stunden bergauf bergab kehrten wir in einem Restaurant zum Mittagessen ein. Es wurde wieder viel zu viel aufgetischt, aber für Gäste ist das eben selbstverständlich, wie uns erklärt wurde. Gegen 15.00 Uhr waren wir wieder zu Hause. Kaum vom Einkauf zurück in der Wohnung, klingelte das Telefon. Tina wollte wissen, ob wir zu Hause sind und sie vorbei kommen kann. Sie brachte zwei Becher mit Obststücken, Eiswürfeln und Graupen versehen als Kostprobe mit. Diese Erfrischung ist hier im Sommer sehr beliebt und schmeckte auch uns sehr gut. Nachdem Linda mir gestern drei weitere Geschenke mit auf den Weg gab, brachte Tina heute ihr Geschenk vorbei. Ich möchte nicht wissen, wie viel ich im Endeffekt am Sonntag für Übergepäck bezahlen muss.
Den Abend verbrachten wir in der Stadt, wo wir den zahlreichen Tänzern auf den öffentlichen Tanzflächen bei ihren täglichen Übungen zusahen. Es ist einfach zu schön, die Leute hier so unbeschwert und harmonisch tanzen zu sehen. Nach unserer Rückkehr gab es die nächtliche Tasse Tee und das Schwätzchen mit Camille.

Besuch meiner Lieblingsstätten Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Heute gab es wieder angenehmes Wetter, keinen Regen und warme Temperaturen bei wenig Sonnenschein. Das nutzten wir am Morgen, um meinem geliebten Tanfupark noch einmal einen Besuch abzustatten. Es war himmlisch ruhig, lediglich ein paar Vögel unterhielten uns auf unserem Spaziergang durch die herrliche Pflanzenlandschaft. Diesen Park werde ich ganz sicher sehr vermissen.
Am Nachmittag hatte ich meine letzte Montagsstunde. Da durfte ich in einem Raum unterrichten, in dem der Fußboden mit Wasserpfützen versehen war; die Decke war nass, und die Bänke und Stühle waren unglaublich dreckig. Offensichtlich hatte diesen Raum seit Wochen keiner betreten. Nach den staubigen Klassenräumen werde ich mich garantiert nicht zurücksehnen, während ich die lernwilligen netten Schüler schon vermissen werde.
Am Abend trafen wir uns wieder im Bamboo Stone Teahouse, das inzwischen zu einer Art Englishcorner mutiert ist. Mancher, der das Haus betritt, kommt inzwischen, um seine Englischkenntnisse aufzufrischen und bei einer Tasse Tee einen Smalltalk zu führen. Richard, Christinas Englischlehrer und weit gereister Beschäftigter des Flughafens hier in Chengdu-Shuangliu, gab wieder so viele tolle Tipps für interessante Reisen in die fernere Umgebung von Chengdu. Für uns kommen sie leider zu spät, wir haben keine Gelegenheit mehr, noch großartig hier umherzureisen. Aber Camille hörte sich alles genauestens an, sie hat noch viel Zeit zum Reisen bis Januar. Sie brachte ihr Paket mit, was sie heute von ihrer Freundin aus Amerika geschickt bekam und kurz vorher von der Post abgeholt hatte. Sie öffnete es im Teahouse: drinnen war ausschließlich massenweise Tee und etwas Kaffee…
Zum Tagesausklang trafen wir uns wieder bei uns oben zum Cappuccino nach so viel Tee im Teahouse und der Auswertung des Tages. Karen macht hier jeden Tag mit ihrer neuen Kamera herrliche Bilder, die wir uns gemeinsam ansahen. Leider ist das Internet nicht beständig genug, so dass es mir nicht gelingt, aktuelle Fotos in das Fotoalbum zu bringen.

Der letzte Tag in Shuangliu Abenteuer China(cached at June 6, 2006, 5:41 am)

Heute Morgen hieß es früh aufstehen. Fast pünktlich um 8.00 Uhr stand der Van der Junior School vor unserer Tür und holte uns zu unserem letzten Samstagausflug ab. Es hatte inzwischen aufgehört zu regnen, es war aber sehr diesig. Eine ganz junge Englischlehrerin, die seit drei Tagen, frisch ihr Universitätsstudium abgeschlossen, an der Schule arbeitet und den Rest des Schuljahres im Foreign Affairs Office arbeitet, sowie Claire begleiteten uns auf dieser Fahrt, die noch einmal einen Höhepunkt meines Aufenthaltes hier darstellte. Unser Ziel war heute der Stone Elephant Lake, ein wunderschönes ökologisches Gelände, etwa eine Autostunde von Shuangliu entfernt. Zunächst wanderten wir an riesigen Blumenflächen vorbei, vergleichbar mit unserem Elbauenpark. Es gab viele verschiedene Blumenarten zu sehen, viele davon gibt es auch in Deutschland. Und dann traten wir ein in einen Urwald. Ein schmaler Pfad führte uns zum See. Da wir zu so früher Stunde fast die einzigen dort waren, konnten wir die tolle Atmosphäre aus vollen Zügen genießen. Die frische tropische Luft und die verschiedenen Vögel und Insekten, die lautstark ihre Geräusche von sich gaben, vermittelten das Gefühl von Dschungelurlaub. Am Fuße des Waldes erstreckte sich schließlich der große See, der von einzigartiger Landschaft umgeben war. Mit dem Boot wurden wir durch das Gelände geschippert. Auf der 90minütigen Fahrt gab es beim Betrachten der verschiedenen Bäume und Vögel am Ufer die pure Erholung. Zwischendurch erklang aus dem Dschungel herrliche dezente Instrumentalmusik, die die Atmosphäre noch beruhigender werden ließ.
Das Mittagessen nahmen wir gleich dort in dem Parkgelände ein. Passend zu dem Erlebten gab es unter anderem Heuschrecken zu essen. Danach ging es zurück nach Chengdu, wo wir noch ein paar Einkäufe erledigen konnten. Um 17.00 Uhr waren wir wieder in Shuangliu, gerade noch rechtzeitig, um uns auf das große Abschiedsbankett im Hotel vorzubereiten. Zwischendurch kam Tina noch, um sich zu verabschieden, da sie nicht weiß, ob sie morgen früh mit zum Flughafen kommen kann. Wes ist heute im Laufe des Nachmittags mit seiner Familie ausgezogen, so dass ich keine Chance mehr hatte, mich von ihm, seiner Frau Bernadette und seiner süßen Lady mit den 12 Vornamen zu verabschieden.
Um 19.00 Uhr gab es schließlich das Abschlussdinner. Neben den beiden Schulleitern der Junior und Senior School trafen sich zehn weitere Schulleitungsmitglieder und Beschäftigte der Foreign Affairs Offices, sowie Camille, zum Abschiedsmahl. Es wurde wieder ein Toast nach dem anderen ausgesprochen, es wurden uns viele nette Worte und Geschenke mit auf den Weg gegeben, so dass ich den Rest meines Lebens bei chinesischem Teegenuss und bester Gesundheit verbringen werde. Eine andere Alternative gibt es nicht. Es wurde mir eine offizielle erneute Einladung ausgesprochen, als Gastlehrer an den Schulen zu arbeiten. Bis zu den Schulleitern hatte sich herumgesprochen, dass mich alle meine Schüler hier lieben, die ich drei Monate lang unterrichten durfte. Mit diesen netten Worten und dem guten Gefühl, etwas von meiner Heimat, der Sprache und den Traditionen weitergegeben zu haben, werde ich mich morgen gemeinsam mit Karen auf den Heimweg begeben, mit Stopp und zweitägigem Aufenthalt in Shanghai.
Inzwischen habe ich ein paar weitere Anrufe und Besuche zum Abschied erhalten mit den besten Wünschen für eine gute Heimreise und dem Versprechen, mich in Zukunft zu vermissen.
Ich möchte mich bei allen Lesern meines Blogs recht herzlich für ihr Interesse bedanken, und vielleicht treffen wir uns auf eine Tasse herrlichen grünen chinesischen Tee zum Gedankenaustausch. In diesen drei Monaten durfte ich so viel erleben und Erfahrungen sammeln, von denen ich jedem Interessenten gern erzähle.